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Unabhängiges Lernangebot – nicht von einer IHK erstellt oder geprüft.

Algorithmen · Anwendungsentwicklung

Pseudocode lesen und Aufgaben sicher lösen

Pseudocode beschreibt einen Algorithmus ohne die Syntax einer bestimmten Programmiersprache. Entscheidend ist nicht, ob ein Semikolon fehlt, sondern ob du Datenfluss, Bedingungen und Wiederholungen korrekt nachvollziehst.

Erst Eingaben und Zustand notieren

Schreibe die Startwerte aller Variablen auf. Gehe danach Anweisung für Anweisung vor und ändere einen Wert erst, wenn die betreffende Zeile ausgeführt wird.

Bei Verzweigungen wird nur der zutreffende Zweig ausgeführt. Markiere deshalb das Ergebnis jeder Bedingung als wahr oder falsch.

  • Startwerte notieren
  • Zustand nach jeder Anweisung aktualisieren
  • Nur den gewählten Zweig verfolgen

Schleifen mit einer Wertetabelle prüfen

Lege für Zählvariable, Bedingung und veränderte Variablen je eine Spalte an. So erkennst du, wie oft der Schleifenrumpf tatsächlich läuft.

Achte besonders auf inklusive Grenzen und darauf, ob die Abbruchbedingung vor oder nach dem Rumpf geprüft wird.

  • FOR-Grenzen genau lesen
  • WHILE kann auch nullmal laufen
  • Verschachtelte Schleifen multiplizieren häufig ihre Durchläufe

Durchgerechnetes Beispiel

Beispiel: Werte aufsummieren

summe ← 0; FÜR i VON 1 BIS 3: summe ← summe + i

  1. 1 Nach i = 1 ist summe = 1.
  2. 2 Nach i = 2 ist summe = 3.
  3. 3 Nach i = 3 ist summe = 6.

Ergebnis: Die Variable summe enthält am Ende den Wert 6.

Direkt anwenden

6 Übungen mit Lösungen

Beantworte die Aufgabe zuerst selbst. Öffne danach die Lösung, um Antwort und Rechenweg zu vergleichen.

  1. Aufgabe 1

    Anwendungsentwicklung

    summe ← 0; FÜR i VON 1 BIS 4: summe ← summe + i. Welchen Wert hat summe danach?

    1. A4
    2. B6
    3. C10
    4. D16
    Lösung anzeigen

    Richtige Antwort: 10

    Die Schleife addiert 1 + 2 + 3 + 4. Das Ergebnis ist 10.

  2. Aufgabe 2

    Anwendungsentwicklung

    zähler ← 0; FÜR jede zahl IN [3, 8, 4, 7]: WENN zahl MOD 2 = 0, zähler ← zähler + 1. Was wird gezählt?

    1. A1
    2. B2
    3. C3
    4. D4
    Lösung anzeigen

    Richtige Antwort: 2

    8 und 4 sind ohne Rest durch 2 teilbar. Der Zähler endet deshalb bei 2.

  3. Aufgabe 3

    Anwendungsentwicklung

    WENN x > 10: ausgabe ← 'A'; SONST WENN x = 10: ausgabe ← 'B'; SONST: ausgabe ← 'C'. Was gilt für x = 12?

    1. AA
    2. BB
    3. CC
    4. DKeine Ausgabe
    Lösung anzeigen

    Richtige Antwort: A

    Die erste Bedingung ist wahr. Die nachfolgenden Zweige werden nicht mehr geprüft; ausgegeben wird A.

  4. Aufgabe 4

    Anwendungsentwicklung

    Welche Voraussetzung muss eine Liste erfüllen, damit eine übliche binäre Suche korrekt arbeitet?

    1. ASie muss sortiert sein
    2. BSie darf nur Zeichenketten enthalten
    3. CSie muss eine ungerade Länge haben
    4. DAlle Werte müssen verschieden sein
    Lösung anzeigen

    Richtige Antwort: Sie muss sortiert sein

    Die binäre Suche verwirft anhand eines Vergleichs jeweils eine Hälfte. Dafür muss die Liste nach dem verwendeten Schlüssel sortiert sein.

  5. Aufgabe 5

    Anwendungsentwicklung

    Eine äußere Schleife läuft dreimal, eine vollständig darin liegende innere Schleife viermal. Wie oft wird der Rumpf der inneren Schleife ausgeführt?

    1. A7-mal
    2. B12-mal
    3. C16-mal
    4. D24-mal
    Lösung anzeigen

    Richtige Antwort: 12-mal

    Für jeden der drei äußeren Durchläufe gibt es vier innere Durchläufe: 3 × 4 = 12.

  6. Aufgabe 6

    Anwendungsentwicklung

    Ein Algorithmus soll das Maximum einer nicht leeren Liste bestimmen. Welche Initialisierung ist robust?

    1. Amaximum ← erster Listenwert
    2. Bmaximum ← 0 in jedem Fall
    3. Cmaximum ← Listenlänge
    4. Dmaximum bleibt undefiniert
    Lösung anzeigen

    Richtige Antwort: maximum ← erster Listenwert

    Der erste Listenwert ist eine gültige Ausgangsbasis. Eine feste Initialisierung wie 0 wäre bei ausschließlich negativen Werten falsch.

Kurz erklärt

Häufige Fragen

Muss Pseudocode eine feste Syntax haben?

Nein. Die Darstellung muss eindeutig und konsistent sein, ist aber nicht an eine konkrete Programmiersprache gebunden.

Wie vermeide ich Fehler bei Schleifen?

Notiere für jeden Durchlauf den Wert der Zählvariable und die veränderten Variablen in einer kleinen Tabelle.

Was bedeutet MOD?

MOD liefert den Rest einer ganzzahligen Division. x MOD 2 ist beispielsweise null, wenn x gerade ist.

Fachliche Referenz: IHK-Beispielaufgabe IT-Abschlussprüfung Teil 1. Die Erklärungen und Aufgaben auf dieser Seite sind eigenständig formuliert.